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Warum Ihre Hartmetall-Matrizen ständig abplatzen – 2 Fehler beim Bindemittelgehalt

2026,06,02
Sie kaufen einen Satz Wolframcarbid-Matrizen und gehen davon aus, dass diese monatelang laufen. Drei Wochen später sieht man winzige Absplitterungen am Eintrittswinkel. Die Drahtoberfläche wird zerkratzt. Sie verschrotten die Matrize und kaufen eine andere. Das Gleiche passiert.

Die meisten Leute geben der Hartmetallqualität die Schuld. Meiner Erfahrung nach sind Absplitterungen an Hartmetall-Matrizen jedoch fast immer auf zwei Fehler beim Bindemittelgehalt zurückzuführen.

Fehler 1: Zu viel Bindemittel für harten Draht

Wolframkarbid besteht aus Karbidkörnern, die durch ein metallisches Bindemittel – normalerweise Kobalt oder Nickel – zusammengehalten werden. Mehr Bindemittel bedeutet härtere, weniger spröde Matrizen. Das hört sich gut an. Wenn Sie jedoch harten Draht wie Kohlenstoffstahl oder verzinkten Draht ziehen, ermöglicht das weiche Bindemittel das Herausziehen der Karbidkörner unter hohem Druck. Sobald sich ein Korn herauszieht, wird die Oberfläche rau und das nächste Korn folgt. Das Absplittern breitet sich wie ein Knacken aus.

Die Lösung: Geben Sie für verzinkte Drahtziehmatrizen oder Nickellegierungen einen niedrigen Bindemittelgehalt an (6–8 % Kobalt). Die Matrize ist spröder, widersteht jedoch dem Herausziehen des Korns. Gehen Sie beim Einbau vorsichtig damit um, aber es läuft länger, ohne abzusplittern.

Fehler 2: Falsches Bindemittel für korrosive Umgebung

Kobaltbinder ist für die meisten Hartmetallmatrizen Standard . Kobalt reagiert jedoch mit sauren Schmiermitteln oder den sauren Rückständen einiger Ziehmittel. Das Bindemittel löst sich langsam aus und schwächt die Struktur. Nach wochenlanger Mikroauslaugung wird die Stumpfoberfläche porös. Der nächste kräftige Zug splittert an der Kante.

Wechseln Sie in sauren Umgebungen – beim Ziehen von Drahtziehsteinen aus Nickel oder bestimmten rostfreien Stählen – zu Nickel-Binder-Karbid. Nickel ist wesentlich korrosionsbeständiger als Kobalt. Ihr Stumpf verliert kein Bindemittel durch die Chemie und das Absplittern hört auf.

Der Real-World-Test

In einem Federdrahtwerk im Mittleren Westen wurden alle zwei Wochen Wolframcarbid-Matrizen auf verzinktem Draht bearbeitet. Sie wechselten von 12 % Kobalt zu 6 % Kobalt. Die Lebensdauer verkürzte sich von zwei auf acht Wochen. Die Matrizen waren bei der Handhabung anfälliger, aber nach dem Einbau liefen sie ohne Späne.

Noch etwas

Verwenden Sie niemals verzinkte Drahtziehmatrizen mit Kobaltbinder, wenn Ihr Schmiermittel Schwefel enthält. Der Schwefel greift Kobalt an. Gleiche Matrize, anderes Schmiermittel, andere Lebensdauer.

Ihre Hartmetall-Matrizen müssen nicht jeden Monat abplatzen. Passen Sie den Bindemittelgehalt an Ihren Draht und Ihr Schmiermittel an. Weniger Bindemittel für harten Draht. Nickelbinder für saure Umgebungen. Ihre Werkzeugschublade wird sich endlich nicht mehr mit abgebrochenem Schrott füllen.

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